3D-Ultraschall
Die dreidimensionale Darstellung von kindlichen
Strukturen (“3D-Ultraschall“) ist ein Verfahren, bei dem normale
Ultraschallschnittbilder von einer beweglichen Sonde zu einem
dreidimensionalen Volumen zusammengesetzt werden. Mit aufwändiger
Computertechnik werden je nach Bedarf Volumen- oder Oberflächenbilder
berechnet.
In der Pränataldiagnostik dient diese Technik neben der konventionellen,
zweidimensionalen Sonographie der Darstellung von normalen und
auffälligen kindlichen Strukturen.
In
der Presse und im Fernsehen wird häufig die 3D-Technik mit einem
besseren Untersuchungsergebnis oder einer höheren Qualität der
Untersuchung gleichgesetzt.
Dies ist nicht richtig: Einige Geräte haben sogar trotz 3D-Option eine
nur mäßige Auflösung. Vielmehr dient die 3D-Sonographie nach der
konventionellen Ultraschalldiagnostik der schöneren, aber nicht
qualitativ besseren(!) Darstellung des Kindes. Allerdings können sich
die werdenden Eltern erhobene Befunde (z.B. bei einer
Lippen-Kiefer-Spalte oder einem Klumpfuß) oft erheblich besser
vorstellen, da man in der Wirklichkeit ebenfalls an dreidimensionale
Darstellungen gewöhnt ist.
Natürlich spielt auch das „Baby-Fernsehen“ eine Rolle. Das unauffällige
Kind (vor allem sein Gesicht) kann den Eltern demonstriert werden, auch
wenn es oft überraschend ist, dass der Fet noch nicht so „knuddelig“ wie
bei der Geburt aussieht.
Trotzdem hat die 3D-Technologie auch Nachteile:
Auch mit dem besten derzeit verfügbaren 3D-Ultraschallgerät ist die
Auflösung im 3D-Bild geringer als im konventionellen Ultraschall.
Das größte Manko aber ist die Abhängigkeit von guten
Sichtbedingungen: Bauchlage des Kindes, eine an der Vorderwand liegende
Plazenta, wenig Fruchtwasser oder echodichte Bauchdecken lassen eine
gute 3D-Darstellung häufig nicht zu. Im Durchschnitt sind ausreichende
Sichtverhältnisse, je nach Schwangerschaftswoche, in ca. 50% der
Untersuchungen zu erwarten.
Die Praxis für pränatale Diagnostik versteht sich primär als
medizinische Institution. Die DEGUM Stufe II bedeutet eine besondere
Qualifikation der vorgeburtlichen Ultraschalldiagnostik. Somit darf kein
Kind nur „angeschaut“ werden, sondern es ist immer eine komplette
Diagnostik durchzuführen. Daher ist bei uns eine 3D-Untersuchung („Baby-Schall“)
als alleinige Leistung nicht möglich.
Wenn die Untersuchungsbedingungen es zulassen (bei
schwierigen Untersuchungsbedingungen oder ungünstiger Lage des Kindes
ist bereits die normale 2D-Untersuchung sehr eingeschränkt, eine
"erkennbare" dreidimensionale Darstellung ist dann meist nicht möglich),
integrieren wir bei Selbstzahleruntersuchungen
(IGeL) auf Wunsch im Rahmen der eingehenden
Ultraschalluntersuchung oder der Doppleruntersuchung die Aufnahme von
einigen 3D-Ultraschallbildern.
Ein offenes Wort zum "Babyfernsehen"
Generell kann eine 3D/4D-Ultraschalluntersuchung auch in
einem größeren Zeitrahmen durchgeführt werden. Da ich mich aber personell vorrangig
auf die medizinisch wichtigen bzw. sinnvollen Untersuchungen
konzentriere, bitte ich um Verständnis, wenn Termine zum alleinigen
3D-Schall ("Babyfernsehen") in unserer Praxis nicht durchgeführt
werden.
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