Chromosomenanalyse
Bei der Chromosomenanalyse
wird zum einen auf zahlenmäßige Chromosomenstörungen (die bekannteste
ist hierbei das Down-Syndrom = Trisomie 21, früher auch Mongolismus
genannt) sowie auf im Mikroskop erkennbare Veränderungen der
Chromosomenstruktur geachtet.
Dies ist nicht ohne weiteres
möglich:
In den entnommenen Zellen werden mittels Kulturanzüchtung
die Chromosomen in eine im Mikroskop sichtbare Form gebracht. Diese
Kultivierung dauert unterschiedlich lange: normalerweise zwischen ca.
3-5 Tagen
(Chorionzotten, Fetalblut) bis zu 12-14 Tagen (Amnionzellen).
Durch Optimierung der Abläufe und der
Kultivierungsverfahren profitieren Sie bei uns von in aller Regel extrem
kurzen Kultivierungszeiten: 1-2 Tage für Chorionzotten/Fetalblut und nur
7-10 Tage bei Fruchtwasser.
Der DNA-Faden (DNA =
Erbsubstanz) in einer menschlichen Zelle ist nämlich im Normalzustand
ca. einen Meter lang. (Nebenbei: bei ca. 10 Billionen Zellen, aus denen
der menschliche Körper besteht, würden alle DNA-Fäden aneinandergelegt
eine Strecke von 10 Milliarden Kilometern ergeben, das ist der ungefähre
Durchmesser unseres Sonnensystems!)
Bildlich gesprochen werden die unhandlich langen Fäden der
Erbsubstanz zu Paketen geformt (die Chromosomen). Der normale
menschliche Chromosomensatz besteht aus 23 Chromosomenpaaren, je ein
Chromosom stammt von der Mutter und vom Vater des Kindes.
Bei der Untersuchung des aus den kindlichen Zellen
gewonnenen Chromosomensatzes werden nun Anzahl und mikroskopische
Struktur analysiert. Liegt z.B. ein Chromosom zu viel vor, spricht man
von einer Trisomie. Beim Down-Syndrom (Trisomie 21) finden sich drei
Chromosomen 21.
Feinere Veränderungen der
Chromosomen, die unterhalb der mikroskopischen Auflösung liegen, sind
dagegen in der Regel nicht zu erkennen und werden nur bei speziellem
Verdacht untersucht.
Bei entsprechender familiärer Belastung können zudem durch spezielle
molekularbiologische und biochemische Untersuchungen mittlerweile viele
Erbkrankheiten (z.B. Mukoviszidose, Muskeldystrophie, Blutkrankheiten)
nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Dies setzt aber eine genaue
Kenntnis über die jeweilige Erkrankung in der Familie (Berichte,
Diagnosen) voraus.
Ein normaler
Chromosomensatz schließt Fehlbildungen und Erkrankungen des
Ungeborenen, z.B. Herzfehler, Extremitätenfehlbildungen,
Spaltbildungen im Gesicht sowie viele geistige Behinderungen nicht
aus, da diese oft nicht mit erkennbaren Abweichungen im
Chromosomensatz verbunden sind. Einige dieser Erkrankungen können
aber durch eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zwischen der
21.-23. Schwangerschaftswoche) erkannt werden.
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