| Invasive Methoden der
Pränataldiagnostik Dies sind Untersuchungen, die einen
Eingriff (meistens einen Nadeleinstich) erfordern und daher mit einem -
wenn auch geringen - Eingriffsrisiko behaftet sind:
- Entnahme von Plazentagewebe
(Chorionzottenbiopsie)
- Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)
- Nabelschnurblutuntersuchung (Chordozentese)
- Eingriffe am Feten
Der Begriff "invasive Diagnostik" bezeichnet
Verfahren, mit deren Hilfe kindliche Zellen zur weiteren Untersuchung
gewonnen werden.
Da diese Untersuchungen mit einer kleinen
Nadelstichverletzung des Mutterkuchens (Plazenta), der Eihäute oder der
Nabelschnur einher gehen, ist mit ihnen ein (wenn auch sehr geringes)
Risiko einer Fehlgeburt verbunden. In den Medien und auch im Internet
wird dieses Risiko allerdings häufig überzogen dargestellt.
Es ist nicht einfach, im Rahmen des Internets eine
eventuell auftretende Problematik der invasiven vorgeburtlichen
Diagnostik darzustellen. Vor der Entscheidung zu einer solchen Diagnostik ist
es wichtig, in einem persönlichen ärztlichen Aufklärungsgespräch (in der
Regel in Form einer humangenetischen Beratung) herauszufinden, ob eine
invasive Diagnostik für Sie richtig und sinnvoll ist. Daher dienen die
folgenden Erläuterungen vor allem Ihrer Information. Sie können das
individuelle Beratungsgespräch jedoch niemals ersetzen. Wir legen großen
Wert darauf, Sie individuell zu betreuen und auf Ihre Fragen einzugehen
Warum invasive Diagnostik?
Mit der reinen Ultraschalluntersuchung (also der
nicht-invasiven Diagnostik) können auf direktem Wege nur strukturelle
Fehler und mit Einschränkungen auch funktionelle Störungen erkannt
werden.
Viele Chromosomenfehler gehen mit deutlichen
Auffälligkeiten beim Kind einher, wie z.B. die Trisomie 18
(Edwards-Syndrom) oder die Trisomie 13 (Pätau-Syndrom). Diese Feten sind
in der weiterführenden Organdiagnostik fast immer auffällig.
Bei der häufigsten Chromosomenstörung, dem
Down-Syndrom, kommen zwar häufig Herzfehler und andere
Auffälligkeiten (z.B. runder Kopf, verkürzte Oberschenkelknochen,
auffälliges Gesichtsprofil) vor, eine nicht geringe Anzahl von Feten mit
einer Trisomie 21 (Down-Syndrom, früher Mongolismus) hat aber im Rahmen
der Organdiagnostik keine darstellbare Auffälligkeiten.
Somit sinkt zwar mit einer unauffälligen
Ultraschalluntersuchung im ersten oder/und zweiten Drittel der
Schwangerschaft das Risiko einer Chromosomenstörung; auszuschließen ist
sie aber mit dem Ultraschall alleine niemals!
Zum Ausschluss einer
erkennbaren Chromosomenstörung ist immer eine invasive Diagnostik
notwendig!
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