Ersttrimester-Diagnostik

Präeklampsie-Screening

Im Rahmen des Ersttrimester-Screenings kann zusätzlich auch das individuelle Risiko für die Entwicklung einer Präeklampsie (auch Gestose oder Schwangerschaftsvergiftung genannt) bestimmt werden. Wird ein hohes Risiko früh erkannt, so kann man mit geeigneten Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit des Ausbruches einer solchen Erkrankung deutlich reduzieren.

Was ist eine Präeklampsie?

 

In manchen Fällen können sich im Verlauf einer Schwangerschaft auch durch die Schwangerschaft selbst bedingte Krankheiten entwickeln. Eine dieser Erkrankungen ist die Präeklampsie (Gestose, Schwangerschaftsvergiftung). 

In der zweiten Schwangerschaftshälfte (selten vor der 20.SSW) tritt bei einer Präeklampsie hoher Blutdruck auf, häufig verbunden mit einer vermehrten Eiweißausscheidung im Urin. Gleichzeitig kommt es zu einer verminderten Durchblutung des Mutterkuchens.

 

In besonders schweren Fällen kann es zur Störung der Leber- und Nierenfunktion, zu Auffälligkeiten des Blutbildes (zu wenig Blutplättchen) und zu Krampfanfällen (eklamptischer Anfall) kommen.

Beim Fetus führt die Präeklampsie zu vermindertem Wachstum, verringertem Geburtsgewicht und Verzögerung der Lungenreife.

 

Nicht selten ist es zwingend notwendig, als Therapie eine vorzeitige Entbindung einzuleiten, um Mutter und Kind vor lebensbedrohlichen Komplikationen zu schützen.

 

Man unterscheidet zwei Formen der Präeklampsie: Die frühe Form, die vor der 34. SSW beobachtet wird und eine späte Präeklampsie nach der 34. SSW.

Während die späte Form durch eine rechtzeitige Entbindung gut behandelt werden kann, muss bei einer frühen Präeklampsie, vor allem vor der 30. SSW genau zwischen Nutzen und Risiko einer (zu) frühen Geburt abgewogen werden.

Gesicht in der 32. SSW

32. SSW

Häufigkeit und Risikofaktoren

 

 

Die Präeklampsie kommt in ca. 2% aller Schwangerschaften vor. Allerdings gibt es Faktoren, die das Risiko für die Erkrankung erhöhen.

Diese sind:

 

  • ✓ Übergewicht (BMI > 35)
  • ✓ Präeklampsie in vorangegangener Schwangerschaft
  • ✓ Präeklampsie bei der Mutter oder einer Schwester der Schwangeren
  • ✓ Diabetes mellitus
  • ✓ Bluthochdruck
  • ✓ Nierenerkrankungen
  • ✓ Alter über 40 Jahre

 

Unter Zuhilfenahme dieser Faktoren können allerdings lediglich 20-30% aller später auftretenden Präeklampsie-Erkrankungen vorhergesagt werden.

Frühes Präeklampsie-Screening

 

 

Eine deutlich höhere Erkennungsrate ist heute möglich. Dazu werden im Rahmen des Ersttrimester-Screenings zusätzliche Untersuchungen durchgeführt: 

 

 

  • ✓ Blutflussmessung in den beiden Gebärmutter-Arterien (Doppler der Aa. uterinae)
  • ✓ Erhebung von Risikofaktoren aus der Eigen- oder Familienvorgeschichte
  • ✓ Messung des mütterlichen Blutdrucks
  • ✓ Bestimmung zweier Eiweißstoffe aus dem mütterlichen Blut (PAPP-A und PlGF)

 

 

Gibt man diese Werte in eine zertifizierte Software zur Risikokalkulation ein, so können derzeit ca. 80-90% der Schwangeren erkannt werden, die eine frühe Präeklampsie entwickeln (häufig schwerer verlaufende Form) und ca. 35% der Frauen, bei denen die Erkrankung nach der 34. SSW auftreten wird.

Vorteil des frühen Screenings auf Präeklampsie

 

 

Zeigt der Screening-Test ein erhöhtes Risiko für eine später auftretende Präeklampsie an, so steht heute mit der möglichst umgehenden täglichen Einnahme von niedrig dosiertem ASS (100-150mg) bis zur 36. SSW eine Therapie zur Verfügung, die über 75% der frühen (häufig schwerer verlaufenden) Form und knapp 40% der späten Verlaufsform verhindern kann.

 

Bedingung hierfür ist allerdings ein früher Beginn der Therapie vor der 15.-16. SSW. 

 

Der große Vorteil des frühen Screenings auf Präeklampsie ist, dass das Risiko in einer Zeit bestimmt wird, in der der optimale Beginn der ASS-Gabe liegt und man daher eine aktiv die Wahrscheinlichkeit der Präeklampsie verringern kann.

Zeitraum der Untersuchung

 

 

Der Zeitraum des frühen Präeklampsie-Screenings stimmt genau mit dem Zeitraum des Ersttrimester-Screenings überein, also vom Beginn der 12. SSW (11+0 SSW) bis zum Ende der 14. SSW (13+6 SSW). 

Somit können, falls gewünscht, beide Untersuchungen in einer Sitzung durchgeführt werden. 

 

 

 

Kosten

 

Patientinnen in der gesetzlichen Krankenversicherung

 

Die Kosten für das Präeklampsie-Screening werden leider von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Die aktuellen Preise entnehmen Sie bitte der Preisliste für Selbstzahler-Leistungen.

 

Patientinnen in der privaten Krankenversicherung

 

In aller Regel werden die pränataldiagnostischen Leistungen unserer Praxis (Beratung, frühe Ultraschallfeindiagnostik und das Serumscreening (f-ß-HCG, PAPP-A) im Rahmen des ETS übernommen, vor allem, wenn eine Indikation vorliegt (z.B. Alter der Schwangeren ab 35 Jahre). Allerdings können wir dies nicht garantieren. Im Zweifelsfall klären Sie am besten vorher, ob Ihre Versicherung die Kosten übernimmt.

Blutflussmessung der Gebärmuttergefäße

Blutflussmessung Gebärmutter

Embryo in der 12. SSW

12. SSW

Blutdruckmessgerät

© Dr. Bernd Berschick 2018

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